GESCHICHTE


Das Projekt am Yachthafen entsteht an einem geschichtsträchtigen Platz in Lindau.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde am Barfüßerplatz eine Kirche mit langgestrecktem, flach gedeckten Schiff mit gotischen Elementen und eingezogenem Chor erbaut und im Jahre 1380 fertig gestellt. Die Barfüßermönche von Trient haben sich im Jahr 1224 in Lindau nieder gelassen.

 

Etwa 300 Jahre nach der Klostergründung, im Jahr 1528, setzte die Reformation dem Barfüßerkloster ein Ende. Die Stadt übernahm die Gebäude und nutzte sie für Wohnungen, eine Bibliothek und Schulräume. Friedhof und Weingarten des Klosters fanden als Brettermarkt Verwendung.

 

Im Jahr 1536 wurde die städtische Schule in den Klosterräumlichkeiten untergebracht. 1641 übersiedelte dann ebenfalls die Lateinschule in das Barfüßerkloster. 1859 kam es zur Gründung einer dreiklassigen Handels- und Gewerbeschule. Die Lateinschule wurde 1917 als humanistischer Zweig angegliedert.

 

In den Jahren 1868 wurde ein Konzertsaal in den Kirchenraum gebaut, der 1887 noch durch einen Theaterraum erweitert wurde. Der Konzertsaal beheimatet heute die Lindauer Marionettenoper.

 

Die Stadtvilla wurde im Jahr 1907 erbaut und im Rahmen der schulischen Nutzung durch einen Neubau im Jahr 1910 erweitert.

 

1950/51 wurde unter Oberbürgermeister Walther Frisch mit dem Architekten Robert Braun das Theater zum heutigen Stadttheater umgebaut und 1986 erneut renoviert.

 

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts mussten die Gebäude der Schule mehrfach ausgebaut werden, um dem modernen Schulalltag gerecht zu werden. Das zu dieser Zeit ebenfalls im Kloster untergebrachte Gymnasium wurde 1959 aufs Festland ausgesiedelt. Die verbliebene Knabenrealschule wurde 1960 eingeweiht und bis zu ihrem Auszug 2008 immer wieder erweitert und umgebaut.

 

Nach der Entscheidung des Landkreises Lindau Anfang des 21. Jahrhunderts, für die Staatliche Realschule einen Neubau auf dem Festland zu errichten, wurden die Liegenschaften frei. Die Firma Rhomberg Bau GmbH hat die Liegenschaften vom Landkreis Lindau erworben und zur Erlangung geeigneter Entwürfe in Kooperation mit der Stadt Lindau im Herbst 2007 ein Planungsgutachten in Form eines moderierten Studienverfahrens durchgeführt.

 

Hierzu wurde aus 38 nationalen und internationalen Architekturbüros, die spezifisch in sensiblen Altsituationen bereits richtungsweisende Projekte geplant hatten, in einem mehrstufigen Verfahren sieben Büros ausgewählt, die einen Vorschlag ausarbeiteten.

 

Unter der Leitung des Städtebauexperten Heinz Schöttli entschied sich die Jury einstimmig für das Projekt des Architekten Prof. Ernst Kasper aus Aachen.